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Betriebsfunk - die preiswerte Art professioneller Kommunikation

 

Motorola GP344Anders als z.B. beim Handy ist es den meisten Betriebsfunkgeräten bauartbedingt nicht möglich gleichzeitig zu senden und zu empfangen.

Die Antenne des Betriebsfunkgerätes wird abwechselnd zum senden oder zum empfangen genutzt.

Standardmäßig ist das Gerät im Empfangsmodus und wechselt auf Anforderung (PTT) in den Sendemodus.

 

Zur Kommunikation mit anderen Geräten reicht hier bereits eine Frequenz aus, die von den verschiedenen Teilnehmern abwechselnd zum senden bzw. empfangen genutzt wird.

Die abwechselnd in eine Richtung festgelegte Kommunikation wird simplex genannt, wohingegen man beim telefonieren, bei gleichzeitiger Übertragung in beide Richtungen, von einem Duplexbetrieb spricht.

 

Mit entscheidend für den Nutzen von Funkgeräten ist deren Reichweite. In den Fällen wo direkt von Funkgerät zu Funkgerät gesendet wird, ist diese leider recht begrenzt. Entgegen den äußerst großzügigen Versprechungen auf der Verpackung manches Spielzeuges von 5 und mehr Kilometern, ist diese selbst bei professionellen Geräten in der Praxis deutlich geringer.

Distanzen von ca. 1km sind hier meist realistisch, wobei die Einsatzumgebung natürlich die Reichweite nachhaltig beeinflussen kann.

 

Soll die Reichweite darüber hinaus erhöht werden, bedient man sich einer Relaisstation. Bei einem geeigneten Standort lässt sich hier eine Reichweite von 10 und mehr Kilometern realisieren.

Hierbei funkt das Funkgerät auf der Frequenz A zur Relaisstation, die die Nachricht sodann auf der Frequenz B zum Empfänger weitersendet.

Die Erweiterung der Reichweite erfolgt hier im wesentlichem durch eine zentrale und meist exponierte Position des Relais.

Typische Anwendungen für Relaisstationen sind z.B. öffentlicher Nahverkehr, Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienste, die Ihre Mitarbeiter und Fahrzeuge im gesamten Stadtgebiet erreichen müssen.

Da die Handfunkgeräte auf einem Kanal 2 Frequenzen nutzen, A zum senden und B zum empfangen, ist hier ohne Relais keine direkte Kommunikation zwischen den Endgeräten mehr möglich.

 

In der Regel verfügen Handfunkgeräte meist über mehrere Kanäle. Sollen mehrere Kanäle in ihrer Reichweite erhöht werden, ist für jeden Kanal eine eigene Relaisstation vorzusehen.

 

koelnton ComlinkInsbesondere bei vielen Teilnehmern kann es hilfreich sein, einzelne Teilnehmer, z.B. Krankenwagen oder Bus, direkt anzusprechen. Im klassischen Betriebsfunk erfolgt dies mit Hilfe des s.g. Selektivrufes. Hier wird zu Beginn eine Tonfolge (Tonruf) gesendet, die beim Empfänger - sofern dort als gültig erkannt - den Lautsprecher öffnet und den Anruf akustisch und optisch signalisiert. Neben dem Einzelruf, der nur einen Teilnehmer anspricht, gibt es auch den Gruppenruf, der entweder alle oder einen zuvor festgelegten Teilnehmerkreis anspricht.

Selektivrufsysteme bieten eine Vielzahl von Möglichkeiten, Berechtigungen, Steuerungs- und Kontrollfunktionen, die maßgeblich von der Programmierung der Geräte abhängen.

Typischer Weise arbeiten solche Systeme regelmäßig auf nur einem Kanal über eine Relaisstation.